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Zoll beim Import aus China – Ablauf, Kosten und Dokumente

Was beim Import aus China an Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Papieren anfällt – Schritt für Schritt vom Zollsatz bis zur Freigabe der Ware.

Veröffentlicht am · 2 Min. Lesezeit

Hafenkran am Wasser in der Abendsonne
Foto: Ksenia Kudelkina / StockSnap (CC0)

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Ware aus China gilt der normale Drittlandszollsatz – ein Präferenzabkommen mit der EU gibt es nicht.

  • Wie hoch der Zoll ist, hängt an der Zolltarifnummer; für einzelne Waren kommen Antidumpingzölle hinzu.

  • Zu Zoll kommt die Einfuhrumsatzsteuer, berechnet auf Zollwert plus Zoll plus Transport bis zum ersten Bestimmungsort.

  • Für die Zollanmeldung braucht es EORI-Nummer, Handelsrechnung, Packliste und Frachtpapiere.

China ist für viele Händler und Markenhersteller der wichtigste Beschaffungsmarkt. Damit die Ware nicht im Hafen festhängt und die Kalkulation stimmt, sollte der Zoll schon beim Einkauf feststehen – nicht erst, wenn der Container in Hamburg ankommt.

Schritt 1: Zolltarifnummer bestimmen

Alles beginnt mit der richtigen Zolltarifnummer. Sie entscheidet über den Zollsatz, über mögliche Antidumpingzölle und über Verbote oder Genehmigungspflichten. Den HS-Code vom Lieferanten bitte nur als Startpunkt nehmen.

Schritt 2: Zollsatz und Sonderzölle prüfen

  • Drittlandszollsatz: China hat kein Präferenzabkommen mit der EU, es gilt der normale Zollsatz der Codenummer.

  • Antidumping- und Ausgleichszölle: Für einzelne Waren aus China gelten zusätzliche Zölle, teils in erheblicher Höhe. Sie stehen in TARIC und im Elektronischen Zolltarif bei der jeweiligen Codenummer.

  • Verbote und Beschränkungen: z. B. für bestimmte Chemikalien, Produkte mit Funktechnik oder Lebensmittelkontaktmaterialien – hier helfen Prüfberichte und Konformitätsnachweise.

Schritt 3: Kosten kalkulieren

  • Zollwert: Warenpreis plus Fracht und Versicherung bis zur EU-Grenze

  • Zoll: Zollwert × Zollsatz (plus ggf. Antidumpingzoll)

  • Einfuhrumsatzsteuer: auf Zollwert, Zoll und Transport bis zum ersten Bestimmungsort – siehe Einfuhrumsatzsteuer berechnen

  • Weitere Kosten: Hafengebühren, Zollabfertigung durch die Spedition, Inlandstransport

Erst diese Landed Costs zeigen, ob ein Angebot aus China wirklich günstiger ist als ein Lieferant in Europa.

Schritt 4: Papiere vorbereiten

  • EORI-Nummer Ihres Unternehmens

  • Handelsrechnung mit genauer Warenbeschreibung, Mengen, Preisen und Lieferbedingung

  • Packliste mit Kartons, Gewichten und Maßen

  • Frachtpapier: Konnossement (Seefracht) oder Luftfrachtbrief

  • je nach Ware: Prüfberichte, Konformitätserklärungen, Ursprungsnachweise

Schritt 5: Zollanmeldung und Freigabe

Die Zollanmeldung erstellt in der Regel Ihre Spedition im IT-Verfahren ATLAS des Zolls. Nach Prüfung und Zahlung (oder über ein Aufschubkonto) gibt der Zoll die Ware frei. Bei Kontrollen kann der Zoll auch Produktsicherheit und Kennzeichnung prüfen – Ware ohne ordentliche CE-Kennzeichnung oder Herstellerangaben wird dann angehalten.

Kleinsendungen: 150-Euro-Grenze gefallen

Seit 1. Juli 2026 sind Sendungen bis 150 € nicht mehr automatisch zollfrei. Für Fernverkäufe an Verbraucher gilt übergangsweise ein Pauschalzoll von 3 € je Warenkategorie. Wie Musterpakete im B2B-Einkauf behandelt werden, klären Sie am besten vorab mit dem Kurierdienst oder Ihrer Spedition. Für Containerware ändert sich nichts – hier wurde ohnehin verzollt.

Schlagworte:ZollImport aus ChinaAntidumpingzollEinfuhrumsatzsteuerZollanmeldung

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Zoll auf Waren aus China?

Das hängt von der Zolltarifnummer ab. Es gilt der normale Drittlandszollsatz, für manche Waren kommen Antidumpingzölle hinzu. Den genauen Satz zeigt der Elektronische Zolltarif (EZT-online).

Gibt es Zollvorteile für Waren aus China?

Nein, China hat kein Präferenzabkommen mit der EU. Es gilt der reguläre Zollsatz.

Welche Dokumente braucht man für den Import aus China?

EORI-Nummer, Handelsrechnung, Packliste und Frachtpapier (Konnossement oder Luftfrachtbrief), je nach Ware auch Prüfberichte und Konformitätserklärungen.

Wer erledigt die Zollanmeldung?

Meist die beauftragte Spedition im IT-Verfahren ATLAS des Zolls – in Ihrem Namen und mit Ihrer EORI-Nummer.

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