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Incoterms FOB einfach erklärt

FOB ist beim Import aus Asien weit verbreitet. Was die Klausel regelt, wo das Risiko übergeht und wann FCA die bessere Wahl ist.

Veröffentlicht am · 2 Min. Lesezeit

Gestapelte blaue und rote Schiffscontainer
Foto: Bob Richards / StockSnap (CC0)

Das Wichtigste in Kürze

  • FOB („Free on Board“) heißt: Der Verkäufer liefert die Ware im vereinbarten Hafen an Bord des Schiffs.

  • Ab der Verladung trägt der Käufer Risiko und Kosten – Seefracht, Versicherung, Einfuhr und Transport ins Lager.

  • FOB gilt nach Incoterms 2020 nur für den Seeweg; für Container empfiehlt die ICC FCA.

  • Für den Preisvergleich zählen die Kosten bis ins eigene Lager, nicht der FOB-Preis allein.

FOB steht für „Free on Board“ und ist eine der Incoterms-Klauseln der Internationalen Handelskammer (ICC). Sie regelt, wer welche Kosten trägt und an welchem Punkt das Risiko für die Ware vom Verkäufer auf den Käufer übergeht. Beim Import aus Asien ist FOB eine der häufigsten Klauseln.

Was FOB regelt

Bei FOB liefert der Verkäufer die Ware an Bord des Schiffs im vereinbarten Verschiffungshafen, zum Beispiel „FOB Ningbo“. Ab diesem Moment trägt der Käufer das Risiko für Verlust oder Beschädigung.

  • Verkäufer: Ware verpacken, zum Hafen bringen, Ausfuhrabfertigung erledigen, Verladung an Bord

  • Käufer: Seefracht buchen und bezahlen, Versicherung, Entladung im Zielhafen, Einfuhrabfertigung, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, Transport ins Lager

FOB gilt nur für den Seeweg

Nach Incoterms 2020 ist FOB nur für See- und Binnenschiffstransporte gedacht. Für Luftfracht, Bahn oder Lkw passt die Klausel nicht.

Warum FOB bei Containern problematisch ist

Containerware wird in der Regel nicht direkt an Bord geliefert, sondern am Containerterminal abgegeben. Ab dort hat der Verkäufer keinen Einfluss mehr darauf, wann der Container verladen wird – trägt nach FOB aber bis zur Verladung das Risiko. Die ICC empfiehlt deshalb für Containerverkehre FCA („Free Carrier“): Das Risiko geht über, sobald die Ware am vereinbarten Ort dem Frachtführer übergeben ist, zum Beispiel am Terminal.

FOB oder FCA – was ist besser für Einkäufer?

  • FOB ist im Asienhandel eingespielt, Preise werden oft als FOB-Preise angeboten. Für Stückgut, das wirklich direkt an Bord geht, passt die Klausel gut.

  • FCA bildet Containerverkehre sauberer ab und vermeidet Streit über Schäden zwischen Terminal und Schiff.

  • In beiden Fällen gilt: Ort genau benennen – nicht nur „FOB China“, sondern Hafen und am besten die Version, also „FOB Shanghai Incoterms 2020“.

FOB-Preise richtig vergleichen

Ein FOB-Preis ist nicht der Einstandspreis. Für den Vergleich mit einem Angebot frei Lager kommen Seefracht, Versicherung, Hafengebühren im Zielhafen, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Inlandstransport dazu. Erst diese Landed Costs zeigen, ob sich ein Angebot wirklich rechnet.

Schlagworte:IncotermsFOBFCASeefrachtLanded Costs

Häufige Fragen

Was bedeutet FOB auf Deutsch?

FOB heißt „Free on Board“, auf Deutsch „frei an Bord“. Der Verkäufer liefert die Ware an Bord des Schiffs im vereinbarten Verschiffungshafen.

Wann geht bei FOB das Risiko über?

Sobald die Ware im benannten Verschiffungshafen an Bord des Schiffs ist. Ab dann trägt der Käufer das Risiko für Verlust oder Beschädigung.

Wer zahlt bei FOB die Seefracht?

Der Käufer. Er bucht und bezahlt die Seefracht, die Versicherung und alle Kosten ab Verladung an Bord bis zu seinem Lager.

Ist FOB für Container geeignet?

Nur eingeschränkt. Die ICC empfiehlt für Containerware FCA, weil Container am Terminal übergeben werden und nicht direkt an Bord.

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