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Incoterms DDP – bequem, aber mit Haken für Importeure

Bei DDP liefert der Verkäufer verzollt bis vor die Tür. Was die Klausel regelt, wann sie sinnvoll ist und welche Risiken Einkäufer kennen sollten.

Veröffentlicht am · 2 Min. Lesezeit

Rotes Frachtschiff an der Kaimauer
Foto: Leeroy / StockSnap (CC0)

Das Wichtigste in Kürze

  • DDP heißt „Delivered Duty Paid“: Der Verkäufer trägt alle Kosten und Risiken bis zum Bestimmungsort, einschließlich Einfuhr, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.

  • Der Käufer muss die Ware nur noch entladen.

  • Der Verkäufer muss in der EU als Einführer auftreten können – das klappt bei Lieferanten aus Asien nicht immer sauber.

  • Für regelmäßige größere Mengen sind FCA oder FOB mit eigener Spedition meist günstiger und transparenter.

DDP steht für „Delivered Duty Paid“, auf Deutsch Geliefert verzollt. Es ist die Klausel mit den meisten Pflichten für den Verkäufer: Er liefert die Ware bis zum vereinbarten Ort beim Käufer und übernimmt dabei auch die Einfuhr mit Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Der Käufer muss die Ware nur noch entladen.

Wer macht was bei DDP?

  • Verkäufer: Ausfuhr, Haupttransport, Versicherung nach Bedarf, Einfuhrabfertigung, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Transport bis zum Bestimmungsort

  • Käufer: Entladen am Bestimmungsort – sonst nichts

  • Risiko: geht erst über, wenn die Ware am Bestimmungsort entladebereit bereitsteht

Warum DDP nicht so einfach ist, wie es klingt

Der Verkäufer muss in der EU einführen können

Bei DDP ist der Verkäufer der Einführer. Er braucht dafür eine EORI-Nummer, muss die Einfuhrumsatzsteuer zahlen und sie sich als Vorsteuer zurückholen können – dazu braucht er in der Regel eine umsatzsteuerliche Registrierung in der EU. Viele Lieferanten aus Asien haben das nicht und arbeiten mit Dienstleistern, deren Arbeitsweise Sie nicht kennen.

Sie sehen die Kosten nicht

Fracht, Zoll und Steuer stecken im Warenpreis. Ob Zollwert und Zolltarifnummer korrekt angemeldet wurden, sehen Sie nicht. Fällt bei einer Kontrolle ein Fehler auf, wird die Ware aufgehalten – und Ihre Lieferung kommt zu spät.

Produktsicherheit bleibt Ihr Thema

Auch bei DDP gilt: Wer die Ware in Deutschland verkauft, muss sich auf Kennzeichnung, Unterlagen und Sicherheit verlassen können. Die Pflichten aus der Produktsicherheitsverordnung verschwinden nicht durch eine Lieferklausel.

Wann DDP sinnvoll ist

  • Muster und kleine Testbestellungen, bei denen eigene Logistik zu aufwendig wäre

  • Lieferanten mit EU-Niederlassung, die die Einfuhr selbst sauber abwickeln

  • Einkäufer ohne eigene Importstruktur, die Erfahrungen sammeln wollen

Die Alternative für regelmäßige Mengen

Wer regelmäßig in größeren Mengen einkauft, fährt meist mit FCA oder FOB besser: eigene Spedition, transparente Frachtkosten, eigene Zollanmeldung – und die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer im eigenen Unternehmen. Wie die Klauseln zusammenhängen, zeigt der Überblick über die Incoterms 2020.

Schlagworte:IncotermsDDPDelivered Duty PaidEinfuhrZoll

Häufige Fragen

Was bedeutet DDP bei den Incoterms?

DDP heißt „Delivered Duty Paid“ (Geliefert verzollt). Der Verkäufer trägt alle Kosten und Risiken bis zum Bestimmungsort, einschließlich Einfuhrabfertigung, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Der Käufer entlädt nur noch.

Wer zahlt bei DDP die Einfuhrumsatzsteuer?

Der Verkäufer. Er ist der Einführer und muss die Einfuhrumsatzsteuer zahlen. Um sie als Vorsteuer abzuziehen, braucht er in der Regel eine umsatzsteuerliche Registrierung in der EU.

Ist DDP für Käufer immer die bequemste Lösung?

Bequem ja, aber nicht immer die beste: Die Kosten stecken verdeckt im Preis, und Sie haben keinen Einblick in Zollanmeldung und Transport. Für regelmäßige Mengen sind FCA oder FOB meist transparenter.

Was ist der Unterschied zwischen DDP und DAP?

Bei DAP liefert der Verkäufer bis zum Bestimmungsort, die Einfuhr mit Zoll und Einfuhrumsatzsteuer übernimmt aber der Käufer. Bei DDP erledigt der Verkäufer auch die Einfuhr.

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