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Private Label Produkte herstellen lassen – Ablauf und Pflichten

Eigene Marke, fremde Fabrik: wie Private Label funktioniert, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und welche Pflichten Sie als Markeninhaber übernehmen.

Veröffentlicht am · 2 Min. Lesezeit

Frau prüft Kosmetikprodukte in Fläschchen
Foto: Authentic Stock / StockSnap (CC0)

Das Wichtigste in Kürze

  • Private Label heißt: Ein Hersteller produziert, Sie verkaufen unter Ihrer eigenen Marke.

  • Der Ablauf reicht von Spezifikation und Mustern über Verpackung und Mindestmengen bis zu Qualitätskontrolle und Logistik.

  • Wer Ware unter eigenem Namen oder eigener Marke verkauft, gilt im Produktrecht als Hersteller – mit allen Pflichten.

  • Dazu kommen je nach Produkt Registrierungen, etwa im Verpackungsregister LUCID oder bei der stiftung ear für Elektrogeräte.

Private Label (auch Handelsmarke oder Eigenmarke) bedeutet: Ein Hersteller fertigt ein Produkt, Sie verkaufen es unter Ihrer eigenen Marke. Handelsketten machen das seit Jahrzehnten, inzwischen auch viele Markenhersteller und Onlinehändler. Der Vorteil: eigenes Sortiment, bessere Marge, unabhängiger von Markenpreisen. Der Preis dafür: Sie übernehmen Verantwortung, die sonst der Markenhersteller trägt.

Private Label Schritt für Schritt

  1. Produkt und Zielpreis festlegen: Was soll das Produkt können, für wen, zu welchem Verkaufspreis?

  2. Spezifikation schreiben: Material, Maße, Farben, Funktionen, Prüfanforderungen, Verpackung – je genauer, desto weniger Überraschungen

  3. Hersteller finden und prüfen: siehe Lieferanten im Ausland finden und Lieferantenaudit

  4. Muster und Freigabe: so lange anpassen, bis ein freigegebenes Referenzmuster vorliegt

  5. Verpackung und Kennzeichnung gestalten: Marke, Pflichtangaben, Warnhinweise, Sprachen, Barcodes

  6. Mindestmengen und Preise verhandeln: Mindestbestellmengen (MOQ) gelten oft je Farbe oder Variante

  7. Produktion begleiten mit Qualitätskontrolle vor dem Versand

  8. Logistik und Einfuhr: Lieferbedingung, Spedition, Zoll

Ihre Pflichten als Markeninhaber

Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, gilt im Produktrecht als Hersteller – auch wenn die Fabrik in Asien steht. Das heißt:

  • Produktsicherheit: Risikoanalyse, technische Unterlagen, Kennzeichnung nach der Produktsicherheitsverordnung

  • CE-Kennzeichnung, wo eine EU-Vorschrift sie verlangt – inklusive EU-Konformitätserklärung in Ihrem Namen, siehe CE-Kennzeichnung

  • Registrierungen: Wer verpackte Ware in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich im Verpackungsregister LUCID registrieren; für Elektrogeräte ist eine Registrierung bei der stiftung ear nötig, für Batterien ebenso

  • Marke schützen: eigene Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt oder EU-weit anmelden, bevor Verpackungen gedruckt werden

Typische Stolpersteine

  • Mindestmengen unterschätzt: Kapital in Lagerbestand gebunden

  • Verpackung zu spät geplant: Druckvorlagen halten die Produktion auf

  • Unterlagen fehlen: Prüfberichte und Konformitätserklärungen nicht vor der Produktion angefordert

  • Muster ≠ Serie: ohne Abnahmekontrolle merkt man es erst beim Kunden

Private Label mit Partner

Eine Beschaffungsagentur bringt Hersteller, Prüfungen und Logistik zusammen – und achtet darauf, dass Unterlagen und Kennzeichnung schon in der Bestellung stehen. So bleibt die Marke Ihre, das Risiko wird kleiner.

Schlagworte:Private LabelEigenmarkeProduktentwicklungHerstellerProduktsicherheit

Häufige Fragen

Was bedeutet Private Label?

Ein Hersteller produziert ein Produkt, das ein anderes Unternehmen unter seiner eigenen Marke verkauft. Man spricht auch von Handelsmarke oder Eigenmarke.

Wer haftet bei Private Label Produkten?

Wer das Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, gilt im Produktrecht als Hersteller und trägt dessen Pflichten, etwa für Produktsicherheit und CE-Kennzeichnung.

Welche Mindestmengen gibt es bei Private Label?

Das hängt von Produkt und Hersteller ab. Mindestbestellmengen gelten oft je Farbe oder Variante und lassen sich mit einem verlässlichen Abnahmeplan verhandeln.

Welche Registrierungen braucht man für Private Label?

Je nach Produkt: Verpackungsregister LUCID für verpackte Ware, stiftung ear für Elektrogeräte und Batterien. Dazu kommt der Schutz der eigenen Marke.

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