Private Label (auch Handelsmarke oder Eigenmarke) bedeutet: Ein Hersteller fertigt ein Produkt, Sie verkaufen es unter Ihrer eigenen Marke. Handelsketten machen das seit Jahrzehnten, inzwischen auch viele Markenhersteller und Onlinehändler. Der Vorteil: eigenes Sortiment, bessere Marge, unabhängiger von Markenpreisen. Der Preis dafür: Sie übernehmen Verantwortung, die sonst der Markenhersteller trägt.
Private Label Schritt für Schritt
Produkt und Zielpreis festlegen: Was soll das Produkt können, für wen, zu welchem Verkaufspreis?
Spezifikation schreiben: Material, Maße, Farben, Funktionen, Prüfanforderungen, Verpackung – je genauer, desto weniger Überraschungen
Hersteller finden und prüfen: siehe Lieferanten im Ausland finden und Lieferantenaudit
Muster und Freigabe: so lange anpassen, bis ein freigegebenes Referenzmuster vorliegt
Verpackung und Kennzeichnung gestalten: Marke, Pflichtangaben, Warnhinweise, Sprachen, Barcodes
Mindestmengen und Preise verhandeln: Mindestbestellmengen (MOQ) gelten oft je Farbe oder Variante
Produktion begleiten mit Qualitätskontrolle vor dem Versand
Logistik und Einfuhr: Lieferbedingung, Spedition, Zoll
Ihre Pflichten als Markeninhaber
Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, gilt im Produktrecht als Hersteller – auch wenn die Fabrik in Asien steht. Das heißt:
Produktsicherheit: Risikoanalyse, technische Unterlagen, Kennzeichnung nach der Produktsicherheitsverordnung
CE-Kennzeichnung, wo eine EU-Vorschrift sie verlangt – inklusive EU-Konformitätserklärung in Ihrem Namen, siehe CE-Kennzeichnung
Registrierungen: Wer verpackte Ware in Deutschland in Verkehr bringt, muss sich im Verpackungsregister LUCID registrieren; für Elektrogeräte ist eine Registrierung bei der stiftung ear nötig, für Batterien ebenso
Marke schützen: eigene Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt oder EU-weit anmelden, bevor Verpackungen gedruckt werden
Typische Stolpersteine
Mindestmengen unterschätzt: Kapital in Lagerbestand gebunden
Verpackung zu spät geplant: Druckvorlagen halten die Produktion auf
Unterlagen fehlen: Prüfberichte und Konformitätserklärungen nicht vor der Produktion angefordert
Muster ≠ Serie: ohne Abnahmekontrolle merkt man es erst beim Kunden
Private Label mit Partner
Eine Beschaffungsagentur bringt Hersteller, Prüfungen und Logistik zusammen – und achtet darauf, dass Unterlagen und Kennzeichnung schon in der Bestellung stehen. So bleibt die Marke Ihre, das Risiko wird kleiner.



